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Fachartikel

Akute Diarrhö

Durchfallerkrankungen stellen in den Ländern der dritten Welt ein erhebliches Problem dar, die Sterblichkeit ist vor allem bei Kindern hoch. In den industrialisierten Nationen ist Durchfall nur für bestimmte Risikogruppen eine ernsthafte Bedrohung.

Unter Diarrhö versteht man mehr als drei Stuhlabgänge pro Tag mit Konsistenzminderung, als Dysenterie bezeichnet man eine schleimige, eitrig-blutige Diarrhö mit Fieber. Bei einer chronischen Diarrhö halten die Symptome im Unterschied zur akuten Diarrhö länger als drei Wochen an. Eine Reisediarrhö befällt 20 bis 50% aller Reisenden aus Industrieländern in bestimmte Regionen; dabei besteht ein hohes Risiko in Lateinamerika, im mittleren Osten und Südostasien, ein mittleres Risiko in Südeuropa, China, den Staaten der ehemaligen UdSSR und der Karibik. Typischerweise tritt die Reisediarrhö in der ersten Reisewoche auf und dauert drei bis vier Tage, wobei vier- bis fünfmal am Tag dünnflüssiger Stuhl, teilweise blutig und mit Fieber und abdominalen Schmerzen verbunden, symptomatisch ist. Hauptverursacher bei etwa 70 % aller Fälle ist E. coli. Diagnostik. Nach der Feststellung, ob der Patient zu einer Risikogruppe (Tab. 1) gehört, muss zunächst unterschieden werden zwischen nicht infektiöser und infektiöser Diarrhö, wobei die infektiöse Diarrhö weitaus häufiger ist als die nichtinfektiöse. Der Patient soll befragt werden nach:
  • dem Verzehr suspekter Speisen, da auch manche Toxine durch normales Kochen nicht ausreichend inaktivier bar sind,
  • Arzneimittelgebrauch, hauptsächlich Antibiotika-Einnahme
  • Erkrankungen im Umfeld
  • Auslandsaufenthalten
  • Stuhlbeschaffenheit (wässrig, blutig- schleimig, Reiswasser-ähnlich)
Infektiöse Durchfälle werden durch die in Tabelle 2 aufgeführten Erreger ausgelöst. Die Ursachen nichtinfektiöser Durchfälle sind in Tabelle 3 aufgezählt. Bei infektiösen Durchfällen sollten in Verdachtsfällen serologische Untersuchungen auf Salmonellen, Yersinien und Amöben erfolgen, da diese und einige weitere Erreger nicht mit ausreichender Sicherheit in Stuhlproben erfasst werden können. Therapie

Da die meisten akuten Durchfallerkrankungen selbstlimitierend verlaufen, stellt die orale Rehydratation die wichtigste Therapie dar. Sehr bewährt hat sich hier die ORS (Oral Replacement Solution) der WHO mit NaCl (3,5 g), NaHCO3 (2,5 g), KCI (1,5 g), Glucose (20 g), Wasser ad 1000 ml. Andere Getränke (z. B. Coca-Cola, Fruchtsäfte) haben im Verhältnis zum Zuckergehalt einen zu geringen Elektrolytanteil und sollten deshalb nur begrenzt eingesetzt werden. Motilitätshemmer (Loperamid - Imodium) sind nie zwingend indiziert, bei Fieber und blutiger Diarrhö sogar kontraindiziert. Nur bei leichten Verläufen, zum Beispiel der Reisediarrhö, können sie eingesetzt werden. Antibiotika sollten nach Antibiogramm in erforderlichen Fällen (z. B. schwerer Verlauf, Sepsis) eingesetzt werden, keinesfalls als generelle Antibiotika-Prophylaxe, da sonst Resistenzprobleme und Unterscheidungsschwierigkeiten zwischen infektionsbedingter und Antibiotikaassoziierter Diarrhö auftreten.



Quelle

Stüber E, et al Akute Diarrhö. Internist 1998,39:754-65

Dr Andrea Schunk, Mosbach
Lonidamin erhöht...
Diabetes mellitus
Bakterielle Meningitis
Akute Zystitis
Insulin fördert...
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Nach Chemotherapie
Akute Diarrhö
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