Merian-Apotheke Mosbach

Fachartikel

Lonidamin erhöht Ansprechrate auf Epirubicin

Lonidamin verbessert das Ansprechen auf Epirubicin bei Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom. Dies ergab eine italienische, randomisierte Studie mit 207 Patientinnen.

Anthracycline werden in der Erstbehandlung von Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs bereits angewendet, wobei Epirubicin als Fortentwicklung von Doxorubicin gilt, weil es weniger hämatotoxisch und kardiotoxisch wirkt. Trotz der höheren Ansprechrate versagen die Anthracycline aber oft bei metastasierter Erkrankung, sogar auch dann, wenn verschiedene agressivere Kombinationen und Dosisintensitäten angewendet werden. Als hauptsächliche Ursache gilt eine zelluläre Resistenz. In diesen Prozeß greift Lonidamin (Abb. 1) ein, eine antineoplastisch wirkende Substanz mit ungewöhnlichem Wirkungsmechanismus.

Lonidamin interferiert selektiv mit dem Energiemetabolismus von neoplastischen Zellen: Durch Hemmung der anaeroben Glykolyse oder durch Hemmung des Lactattransports kommt es zur Lactatanreicherung, was zur intrazellulären Übersäuerung führt.Des weiteren ändert sich die Permeabilität der Zellwand so, daß die Arzneimittelaufnahme in die Tumorzelle gesteigert wird. Für die randomisierte Phase-II -Studie wurden 207 Patientinnen mit histologisch gesichertem Befund an fortgeschrittenem, metastasierendem Brustkrebs ausgewählt, die noch keine Chemotherapie für dieses Stadium erhalten hatten. Die Patientinnen erhielten randomisiert entweder Epirubicin allein oder zusätzlich viermal täglich 150 mg Lonidamin als Tablette, wobei die volle Tagesdosis von Lonidamin innerhalb einer Woche durch langsame Erhöhung der Anfangsdosis von zweimal täglich 150 mg Lonidamin erreicht wurde.

Dosisreduktionen und verzögerte Therapiezyklen waren in beiden Therapiearmen ohne Unterschiede erforderlich. Häufigste Ursache war eine Leukopenie. Die Compliance für Lonidamin lag bei 79,3 %, insgesamt erhielten 75 bis 80% der Patientinnen die volle Dosis. Gründe für die Ablehnung oder Reduktion von Lonidarnin waren Myalgie und gastromtestinale Beschwerden. Auch in der hämatologischen Toxizität, im Auftreten von Diarrhöen, Leberschädigung und Neurotoxizität gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den bei den Gruppen. Kardiotoxische Wirkungen stärker als Grad 1 wurden in beiden Gruppen nicht beobachtet, jedoch erlag je eine Patientin in jeder Gruppe ein beziehungsweise drei Monate nach Beendigung der Therapie einem Herzversagen.

Myalgie Grad II bis IV wurde allerdings bei 41% der Epirubicin-plus-Loni damm-Patientinnen festgestellt, gegenüber 14% in der Epirubicin-Monotherapie- Gruppe. In der Epirubicin-Gruppe ergab sich bei 9,1% der Patientinnen ein komplettes Ansprechen, bei 20,6 % ein partielles Ansprechen, in der Kombinationsgruppe sprachen dagegen komplett 17,8 % und partiell 42,1% der Patientinnen an. Die höchste komplette Ansprechrate wurde in beiden Gruppen bei Patientinnen gefunden, deren Lunge in Mitleidenschaft gezogen war Bei Patientinnen mit Lebermetastasen war die komplette und partielle Ansprechrate auf die Kombination mit 62,2% signifikant höher als auf die Monotherapie mit 27,2 %. Die Zeit bis zur Progression betrug bei Epirubicin 10,6 Monate, bei Epirubicin plus Lonidamin 10,5 Monate, die mittlere Überlebenszeit dauerte bei der Epirubicin-Gruppe 25,3 Monate, bei der Kombination 25 Monate.

Trotz der signifikant höheren Ansprechrate konnte also im Endeffekt keine Verbesserung für die Patientinnen erreicht werden. Allerdings befanden sich in der Gruppe mit der Kombinationsbehandlung mehr Patientinnen mit Lebermetastasen (31,1 Wo) als in der Monotherapiegruppe (21,2 Wo). Leberrnetastasen haben eine sehr ungünstige Prognose. Die höhere Ansprechrate von Epirubicin kombiniert mit Lonidamin wird auf eine deutliche Steigerung der Aktivität von Epirubicin auf Lebermetastasen zurückgeführt. Für diese These spricht auch die Pharmakokinetik von Lonidamin: Im Tierversuch zeigte sich, daß Lonidamin zu 80% über die Galle ausgeschieden wird. So betrachtet könnte die Kombinationstherapie zumindest für Patientinnen mit Lebermetastasen eine Alternative eröffnen.

Quelle

Dogliotti L, et al. Lonidamine significantly increases the activity of epirubicin in patients with advanced breast cancer: results from a multicenter prospeotive randomized trial. J CIin Oneol 1996;14: 1165-72.

Dr. Andrea Schunk, Mosbach

Lonidamin erhöht...
Diabetes mellitus
Bakterielle Meningitis
Akute Zystitis
Insulin fördert...
Herpes labialis
Nach Chemotherapie
Akute Diarrhö
Apotheken-Rundgang

Merian Apotheke, Kundenkarte
Kostenlose Kundenkarte
zu Ihrer optimalen Betreuung!
Sie wollen wissen, welche Vorteile Sie haben?

hier klicken!
Seitenanfang


 © 2018 Merian-Apotheke Impressum  |   Nutzungsbedingungen  |   Datenschutzhinweise