Merian-Apotheke Mosbach

Fachartikel

Welche Antibiotika bei akuter Zystitis?

In einer randomisierten Studie zur Behandlung der akuten Zystitis bei Frauen wurden Trimethoprim-Sulfamethoxazol, Nitrofurantoin, Cefadroxil und Amoxicillin einander gegenübergestellt. Zu beurteilen waren die Wirksamkeit und die Kosten einer dreitätigen Behandlung.

Daß die vier ausgewählten Antibiotika innerhalb von drei Tagen bei unkomplizierter Zystitis wirksam sind, war schon länger bekannt und stellte einen Fortschritt gegenüber der sieben bis zehntägigen Therapie mit anderen Antibiotika dar. Verglichen wurde in dieser Studie Trimethoprim-Sulfamethoxazol (160 mg/800 mg zweimal/d), Nitrofurantoin (100 mg viermal/d), Cefadroxil (500 mg zweimal/d) und Amoxicillin (500 mg drei- mal/d) an jeweils 40, 38, 37 und 43 jungen Frauen mit akuter Zystitis. Vier bis sechs Tage, 12 bis 16 Tage und vier bis sechs Wochen nach der Behandlung erfolgte die Untersuchung. Die Versuchspersonen gaben Auskunft über Symptome bei der Blasenentleerung und Nebenwirkungen, außerdem wurde aus Mittelstrahlurin nach jeder Untersuchung eine Kultur angelegt. Wenn alle Symptome beseitigt und keine signifikante Bakteriurie bei der letzten Untersuchung mehr auftrat, galt die Patientin als geheilt.

Von einer "Behandlung mit frühem Rückfall" wurde gesprochen, wenn die Patientin beim ersten Termin keine Symptome mehr zeigte, und der Krankheitserreger beseitigt war, aber beim zweiten Termin erneut Symptome und eine Bakteriurie mit einem anderen Erreger festzustellen waren; als "Behandlung mit spätem Rückfall" wurde eine Symptomfreiheit beim ersten und zweiten Besuch, gefolgt von signifikanter Bakteriurie beim letzten Besuch, definiert.

Als Therapieversager zählten die Patientinnen, bei denen eine persistierende signifikante Bakteriurie mit dem ursprünglichen Erreger bei der ersten Untersuchung festgestellt wurde.

Außer der Wirksamkeit spielten die Kosten der Therapie eine Rolle: sie errechneten sich aus der Intensität der Behandlung - d.h. ob eine Patientin mehrmals erscheinen und vor allem weiterbehandelt werden mußte, und ob Nebenwirkungen therapiert werden mußten - aus dem benötigten Untersuchungsmaterial und aus den Kosten für die Medikamente. Soweit möglich wurden Generika verwendet. Am erfolgreichsten waren Trimethoprim-Sulfamethoxazol und Cefadroxil, bei denen keine Therapieversager nachgewiesen wurden. Nitrofurantoin und Amoxicillin zeigten Therapieversagen, die sich zum größten Teil (12 von 13 Fällen) auf E. coli zurückführen ließen. Eine Ausheilung beim letzten Untersuchungstermin wurde unter Trimethoprim-Sulfamethoxazol bei 82%, unter Nitrofurantoin bei 61%, unter Cefadroxil bei 66% und bei 67% unter Amoxicillintherapie festgestellt. Auch was die Kosten anging, war die Trimethoprim-Sulfamethoxazol-Therapie günstiger als die anderen, hauptsächlich weil die Patientinnen weniger Rückfälle, weiterbestehende Infekte oder vaginale Hefeinfektionen hatten. Fluorchinolone wurden in dieser Studie nicht berücksichtigt, weil nur die Therapeutika erster Wahl verglichen werden sollten.

Als Mittel der Wahl kann also die Kombination Trimethoprim-Sulfamethoxazol von seiten der Wirksamkeit wie auch der Kosten betrachtet werden.

[Hooton, T. M. et al. JAMA 1995;273:41 - 5]

Dr. Andrea Schunk, Mosbach
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